Peripherie
Der Kölner Maler und Konzeptkünstler R.J.Kirsch reflektiert in seinen Arbeiten technischen Fortschritt, dessen oftmals trügerischen Glanz und sein naturgemäßes Scheitern.
Profile, Verformungen und Fragmente werden zum Material für die künstlerische Auseinandersetzung. In Gemäldeserien, Zeichnungen und Objekten zelebriert Kirsch die Havarien technischer Prozesse und schöpft hieraus eine eigene Ästhetik. Schattenbilder, Faltenwürfe oder Blaupausen überführen Bruchstücke, Trümmer und Verformungen in ein neue Ordnung.
Blaupausen, Fotogramme, Schattenbilder und Faltenwürfe. Das Hauptthema der Arbeit des Kölner Malers R.J.Kirsch ist seit langem das Verhältnis der Malerei zur Technologie.
Dabei nähert sich Kirsch dem Thema Technik von zwei Seiten: von innen wenn er aus Fragmenten, Schrottteilen zum Teil aus Geräten der Unterhaltungselektronik, kleine Skulpturen baut und deren Schattenwurf in farbigen Fotogrammen dokumentiert. Von außen, wenn er die Oberflächen von Gehäusen oder Karosserien in verformtem und verfaltetem Zustand darstellt.
Dazwischen steht eine umfangreiche Serie kleinformatiger dokumentarischer Ölskizzen von Fahrzeughavarien, auch um zu prüfen, wie viel Realismus die Malerei an dieser Stelle zu ertragen vermag. Jedes Unfallgemälde, sorgfältig rechechiert, schildert eine tatsächliche Begebenheit.
Schon früh ist das Interesse an diesem Thema entstanden, stellte doch die sich rasant entwickelnde technische Bildverarbeitung die Malerei als traditionelles Bildmedium immer weiter in Frage. Die aktuelle Entwicklung elektronischer Datenverarbeitung zeigt deutlich, wie sehr handwerkliche Darstellungstechniken ihren Stellenwert verloren haben. Vor diesem Hintergrund wird die Hinwendung zur Technik zu einer Art Abwehrreflex, mit dem der Maler sich auch seiner selbst vergewissert: Technik zu zeigen, wenn sie ihr Funktionsversprechen nicht mehr einlösen kann.
Ein gewisses Maß an Maschinenstürmerei räumt der Künstler zwar ein, will seine Arbeit aber nicht als technologiefeindlich verstanden wissen. Seit neueren entstehen aus den Verfaltungen auch Variationen, in denen hauptsächlich die horizontalen Richtungen dominieren. Neben dem Eindruck rasanten Vorbeischnellens ist es vor allem auch die perfekt anmutende Oberfläche von Blechprofilen, die diesen Arbeiten ihren Reiz verleiht.
Weitere Informationen: www.r-j-kirsch.de
Periphery
Cologne painter and conceptual artist R.J.Kirsch reflects in his works technical progress, its often deceptive glamor and its natural failure.
Profiles, deformations and fragments become the material for artistic exploration. In series of paintings, drawings, and objects, Kirsch celebrates the accidents of technical processes and draws from them an aesthetic of his own. Silhouettes, folds or blueprints transfer fragments, debris and deformations into a new order.
Blueprints, photograms, silhouettes and folds. The main theme of the work of the Cologne painter R.J.Kirsch has long been the relationship of painting to technology.
Kirsch approaches the subject of technology from two sides: from the inside, when he builds small sculptures from fragments, scrap parts in part from consumer electronics devices, and documents their shadows in colored photograms. From the outside, when he depicts the surfaces of housings or car bodies in a deformed and folded state.
In between, there is an extensive series of small-format documentary oil sketches of vehicle accidents, also to test how much realism painting can bear at this point. Each accident painting, carefully researched, depicts an actual incident.
Interest in this subject arose early on, as the rapid development of technical image processing continued to challenge painting as a traditional pictorial medium. The current development of electronic data processing clearly shows how much artisanal techniques of representation have lost their significance. Against this background, the turn to technology becomes a kind of defensive reflex with which the painter also assures himself: to show technology when it can no longer fulfill its promise of function.
The artist admits to a certain degree of luddism, but does not want his work to be understood as anti-technology. Since more recently, variations have also emerged from the foldings, in which mainly the horizontal directions dominate. In addition to the impression of rapid passing, it is above all the perfect-looking surface of sheet metal profiles that lends these works their charm.
Furter Information: www.r-j-kirsch.de